Wie Ihr Unternehmen von Social Media profitieren kann

Hier ein erster Gastbeitrag zum Thema Social Media Marketing von Christian Arno, seines Zeichen Geschäftsführer des Übersetzungsunternehmens Lingo24. Danke Christian für diesen  Beitrag. Viel Spass beim Lesen…

Wenn Ihr Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, verfügen Sie mit hoher Sicherheit nicht über umfangreiche Mittel für Marketing und PR-Maßnahmen.  Ein eigenes PR-Team oder Werbekampagnen in TV, Radio und Printmedien sind höchstwahrscheinlich außerhalb Ihres Handlungsspielraums.

Dank der Vorteile, die das Web 2.0 bietet, können jedoch auch Unternehmen mit kleinen Budgets Ihre Unternehmen heute in aller Welt bekanntmachen. Man sollte allerdings wissen, wie man sich die außerordentlichen Möglichkeiten, die das Online-Marketing und Social Media bieten, zu Nutze machen kann.

Online-Marketingkampagnen bieten eine ganze Menge Vorteile, allen voran geringe Werbekosten. So kostet es beispielsweise keinen Cent, ein Konto bei Facebook, Twitter, MySpace oder Bebo einzurichten und darüber den direkten Kontakt zu potenziellen Kunden zu knüpfen.

Bei Werbekampagnen nach dem PPC-Verfahren, also „Pay per Click“ oder Klickvergütung, wird ein monatliches Budget von beispielsweise 10 US-Dollar festgelegt. Nach Überprüfung der Erfolge am Monatsende kann man dann unterschiedlichen Suchmaschinen und Stichwörtern entsprechend höhere oder niedrige Beträge zuteilen, je nachdem, wo die besten Leistungen pro Seitenaufruf erbracht wurden.

Darüber hinaus haben Social Media den Vorteil, den eigenen Zielmarkt gezielt ansprechen zu können. Bei klassischen Werbekampagnen wirft man sein Geld und seine Werbebotschaft im Grunde auf gut Glück unters Volk, in der Hoffnung, dass sie den einen oder anderen Interessenten erreichen. Im Vergleich dazu lassen sich mit Social Media konkrete Zielgruppen ansprechen, die sich für Ihr Produkt interessieren könnten. Mit diesen potenziellen Kunden können Sie über Social Media direkt und persönlich Kontakt aufnehmen, was Ihrer Marke einen „menschlichen“ Faktor verleiht. Zudem entstehen so Vertrauen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Ihrer Marke und dem Verbraucher und Sie erhalten unmittelbares Feedback von denjenigen, die es am besten wissen müssen: von Ihren Kunden.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Marketingkampagnen über Social Media nur die verschwindend kleine Bevölkerungsgruppe von computererfahrenen Internetfreaks ansprechen. Doch dem ist keineswegs so. Fallberichte belegen, dass die Zahl der Internetnutzer im Alter ab 40 Jahren, die Social Media nutzen, ständig steigt. Auch die Marktforschung belegt diese Ergebnisse: Eine 2009 durchgeführte Umfrage auf Insidefacebook.com zeigt, dass 22 % aller registrierten Facebook-Benutzer zwischen 35 und 65 Jahre alt sind, wobei Frauen ab 55 Jahre die am schnellsten wachsende demographische Gruppe darstellen.

Es ist jedoch ausschlaggebend, dass Sie die geeigneten Social Media wählen – insbesondere, wenn es sich um internationale Kampagnen handelt. Wenn Sie beispielsweise mit Verbrauchern in Japan in Kontakt treten möchten, dann macht es wenig Sinn, sich auf Facebook zu konzentrieren, da 80 % aller Social Media-Nutzer in Japan bei Mixi.jp registriert sind. In Hongkong beherrscht Xanga den Markt, in Brasilien ist es Orkut.

Eine weitere großartige Entwicklung des Web 2.0, die sich wirtschaftlich nutzen lässt, ist das sogenannte Crowdsourcing (deutsch: Schwarmauslagerung). Wie der Name bereits andeutet, wird beim Crowdsourcing ein Aufruf an alle Internetnutzer gerichtet, mit der Bitte, zusammenzukommen und bei der Abwicklung bestimmter Projekte zu helfen. Wikipedia ist das beste Beispiel für ein Crowdsourcing-Projekt. Abgesehen davon, dass Crowdsourcing spottbillig ist, ist das Konzept eine ausgesprochen effektive Möglichkeit, Ihre Unternehmensziele umzusetzen oder den Bekanntheitsgrad Ihrer Marke zu steigern. Zudem kommen potenzielle Kunden auf diese Weise in unmittelbaren Kontakt mit Ihrer Marke.

Das Edinburgh Festival Fringe, das weltweit größte kostenlose Kulturfestival, rief beispielsweise vor Kurzem über Twitter ein Crowdsourcing-Projekt ins Leben, das das Titelblatt-Design seines Programms 2010 zum Inhalt hat. Die Fans wurden dazu aufgefordert, ihre Design-Vorschläge für das Cover zu twittern. Eine Auswahl der eingegangenen Vorschläge wurde von einem Profi-Illustrator ausgewählt, dessen Arbeit live im Internet gestreamt wurde. Das Projekt war ein voller Erfolg – sowohl in puncto Publicity für das das Fringe 2010 als auch im Hinblick auf die Stärkung des Gemeinschaftssinns und der Massenbeteiligung, die einen wesentlichen Bestandteil des Fringe-Erfolgs ausmachen.

Ein weiteres Beispiel ist Facebook, das mithilfe des Crowdsourcing die Übersetzung seiner lokalisierten Websites auslagerte. Mehr als 300.000 Nutzer trugen dazu bei, Inhalte mithilfe des Facebook-Übersetzungstools in 70 Sprachen zu übersetzen. Allerdings sollte an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass das Crowdsourcing bei fachbezogenen Tätigkeiten wie Übersetzungen durchaus seine Tücken haben kann. Wenn man sich bei der Sammlung und Zusammenstellung von Informationen auf anonyme Internetnutzer verlässt, hat man keine Qualitätsgarantie – was besonders im Bereich von Sprachendiensten heikel werden kann. Sprachen wandeln und entwickeln sich unentwegt. Sie ändern sich je nach Region und Dialekt und bergen somit ein hohes Fehlerpotenzial.

Eine Website oder Werbekampagne von der amorphen Massen der Internetnutzer übersetzen zu lassen mag durchaus als preisgünstige und einfache Möglichkeit erscheinen, die Sprachbarriere zu überwinden. Doch wie wollen Sie wissen, wie Ihre Texte in der Übersetzung wirklich rüberkommen? Ganz sicher wollen Sie nicht die unangenehme Erfahrung von Pepsi wiederholen, deren taiwanesische Übersetzung des Werbeslogans „Come alive with the Pepsi Generation“, was soviel bedeutet wie “Lebe auf mit der Pepsi-Generation”, in der Landessprache Taiwans zu „Pepsi will bring your ancestors back from the dead“ (Pepsi lässt Ihre Vorfahren von den Toten auferstehen) wurde. Ein anderes Beispiel ist der Werbeslogan des Hühnermagnaten Frank Perdue: „It takes a tough man to make a tender chicken“ (Man braucht einen starken Mann, um ein Hähnchen weich zu bekommen) erschien auf mexikanischen Werbetafeln in Spanisch als „Man braucht einen harten Mann, um ein Hähnchen sexuell zu erregen“. Vermutlich ist es das Beste, einen professionellen Übersetzer mit Ihren Übersetzungen zu beauftragen, oder Ihre anderweitig erstellten Übersetzungen zumindest von einem erfahrenen Linguisten überprüfen zu lassen, bevor sie weltweit veröffentlicht werden.

Dem geschickten Unternehmer bietet die Online-Welt also eine Fülle von Möglichkeiten, um die eigene Marke bekanntzumachen und zu möglichst geringen Kosten Kontakte zu potenziellen Kunden zu knüpfen. Wenn Sie die Vorteile des Internets in Verbindung mit klassischen PR-Strategien wie Pressemitteilungen an Medienquellen nutzen, ist Ihr Erfolg quasi vorprogrammiert.

Christian Arno ist Gründer und Geschäftsführer des internationalen, auf vier Kontinenten tätigen Übersetzungsunternehmens Lingo24 .

Bookmark and Share

Related posts:

  1. WOM-Entwicklung von Social Communities: Netzeffekte und kritische Masse
  2. Social Media Marketing im Jahr 2010 – Gründe für die Stagnation
  3. Social Media Marketing: Arten und Charakteristika von Influentials (1.Teil)
  4. Social Media Marketing Buchtipps
  5. Social Media Marketing Diplomarbeit: Viral- und Buzzmarketing – Neue Wege in der Musikvermarktung – Free Download